T-Telesec mit fragwürdigem Vertragsverhalten – Sperrung Ihres Zertifikats

Heute, 2010-06-11, erreichte mich eine e-Mail mit dem Titel “Sperrung Ihres Zertifikats”. Gesperrt wurde das qualifizierte Zertifikat mit einer Laufzeit bis zum 11.12.2010, gültig seit 11.12.2007. Die Begründung könnte zum Lachen anregen, wenn es nicht so traurig wäre: 

“Ihr qualifiziertes Zertifikat für die Signaturkarte(PKS) mit der Kartennummer 89490173300003xxxxx wurde von uns auf Grund des Vertragsablaufs, wie angekündigt,  gesperrt. Nach dieser Sperrung dürfen Sie die Signaturkarte nicht mehr für eine qualifizierte Signatur verwenden.” Die Mail hat den Footer “# Dies ist eine automatisch erzeugte Nachricht. Auf diese Email kann nicht geantwortet werden. #”

Die Ankündigung gab es nie, weder per e-Mail noch per Post, es gab auch keine Erinnerung die mich zum Antworten oder Anrufen bewegt hätte. Gar nichts. Plötzlich sperrt die T-Telesec ein Zertifikat für das ich mir sicher bin die Rechnung bezahlt zu haben und in Treu und Glauben von der Zertifikatslaufzeit ausging, ich könne es bis dahin benutzen. Wie auch immer es ging hier um ein halbes Jahr Vertragslaufzeit, 6 Monate in denen die Telesec durchaus Spielraum gehabt hätte. Und wenn es einfach nur eine weitere Rechnung gewesen wäre!

Natürlich rief ich dann unter 01805-268203 an und bekam dort aber nur die arrogante Antwort: “Ich kann Ihnen sagen wie Sie zu einer neuen Karte kommen.”. Sogar auf die Arroganz angesprochen fühlte sich der zuständige Mitarbeiter nachwievor im Recht.

Ich war mit der Karte bei der BfA, bei der VfB des BVA und bei der e-Vergabe angemeldet. Das kann ich nunmehr vergessen.

Liebe T-Telesec, VERTRAUEN geht anders!

Christian Kahlo

… nach so einer Reaktion am Telefon ist wohl D-Trust / Bundesdruckerei die bessere Wahl.

8 Comments

  1. Du mußt DE-Mail nehmen, um die Beschwerde vorzubringen.

  2. Dietz Proepper sagt:

    Wie kommst Du zu der Annahme dass letztere vertrauenswürdiger
    sei?

  3. ckahlo sagt:

    Ja, einen “Standard” den es da facto nicht gibt. Der Herr am Telefon meinte ja schon “dann schreiben Sie halt Ihre Beschwerde”. Dass ich mich in dem Moment schon beschwert habe und der Kündigung wiederspreche hat die T-Telesec nicht interessiert.

  4. ckahlo sagt:

    Die letzte Zusammenarbeit mit den Kollegen im nPA-Umfeld lässt mich darauf schliessen.

  5. Heiko Moye sagt:

    Warum entsprechen die Laufzeiten eigentlich nicht den in Rechnung gestellten Zeiten und der damit verbundener Kündigungsfrist? Eine Laufzeitangabe ist somit ja sinnfrei. Das Zurückziehen eines Zertifikates sollte ja im Vorfeld auch eindeutig geregelt sein. Eine vertrauenswürdige Bestätigung für ein revoke hätte ich in so einer Infrastruktur mal vorausgesetzt…

  6. ckahlo sagt:

    Es gab mehrere Fragen zum genauen Inhalt der Mail, daher nochmal hier angehängt:

    Sehr geehrter Herr Kahlo,
    Ihr qualifiziertes Zertifikat für die Signaturkarte(PKS) mit der Kartennummer 8949017330000372476 wurde von uns auf Grund des Vertragsablaufs, wie angekündigt, gesperrt. Nach dieser Sperrung dürfen Sie die Signaturkarte nicht mehr für eine qualifizierte Signatur verwenden.

    Die Sperrung erfolgte am 11.06.2010 um 12:03 Uhr.

    Informationen zur Neubeauftragung oder Ersatzkartenbeauftragung finden Sie unter http://www.telesec.de/pks.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Trust Center Notary Service

    # Dies ist eine automatisch erzeugte Nachricht. Auf diese Email kann nicht geantwortet werden. #

  7. ckahlo sagt:

    Und weil die Frage nach meiner Reaktion kam … hier meine Mail an telesec-smartcard@t-systems.com, die einzige
    Adresse die ich in der Richtung habe. Auf die Adresse sigg@telesec.de soll man ja nicht antworten.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach mehreren Rücksprachen zu ihrem Vorgehen und ihrer Begründung sowohl in der
    Mail als auch am Telefon widerspreche ich hiermit der Sperrung meines Zertifikates.

    Sie haben im Vorfeld nicht hinreichend deutlich klar gemacht, dass Karten auch innerhalb
    Ihrer Gültigskeitszeiten einem Vertragsende unterliegen und somit ohne ein Verschulden
    (z.B. nicht bezahlte Rechnung) meinerseits oder ohne eine Bestätigung meinerseits gekündigt
    werden können. Dies hätte bei Abschluss des Vertrages geschehen müssen. Eine – mehr
    oder weniger – stillschweigende Änderung der AGB in den letzten 11 Jahren muss ich nicht
    akzeptieren.

    Sie hätten ohne Schwierigkeiten eine Rechnung über das letzte sechstel der Vertragsperiode
    stellen können. Dies haben Sie nicht getan. Auch haben Sie die vermeintliche Ankündigung
    der Sperrung nicht verifizierbar zugestellt.

    Ich erwarte daher von Ihnen
    A) die Entsperrung des Zertifikates
    B) eine anteilige Rechnung über die übrigen Monate der Vertragsperiode

    Zur weiteren Klärung ob dieses Vertragsverhalten im Sinne der qualifizierten Signatur
    zulässig ist werde ich den Fall im BMI zur Diskussion bringen.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Christian Kahlo

  8. ckahlo sagt:

    Der Produktverantwortliche Hr. Spitzensteder schrieb mich letzte Woche per e-Mail an bezüglich eines Telefonats. Die Erklärung liegt seitens der Telesec in dem hohen Verwaltungsaufwand für den Fall des Falles Rechnungen über die Restlaufzeiten der Verträge zu versenden. Da die Telesec ihrerseits den Vertrag gekündigt hat, um die neuen AGB durchzusetzen, fehlte nun die Grundlage für die Rechnungsstellung. Eine Entsperrung des Zertifikates ist gleichfalls unmöglich. Auf der anderen Seite war in der letzten Rechnung der Telesec der Differenzzeitraum bereits bekannt und es hätte durchaus auch die Möglichkeit einer ordentlichen Vertragsbeendigung bestanden mit einer Kündigung zum Laufzeitende. Wie auch immer. Das Schreiben habe ich inzwischen in den zugehörigen Unterlagen gefunden. Dort ist die Rede von einer Sperrung zu einem Termin “frühestens zum”, was für mich missverständlich war und auch keine Dead-Line enthielt wie “spätestens zum xx aber auf jedem Fall _vor_ dem Laufzeitende”. Die Telesec hat die Kritik aufgenommen und will nun vor den nächsten Kündigungen jeweils 2-3 Wochen vorher eine Reminder e-Mail rausschicken. Derweil kämpfe ich mich durch die Bürokratie an eine neue Karte heran zu kommen.

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